Fischerverein Murten

Kritische Sauerstoffwerte im Murtensee

Erstickt unser Murtensee?

Der Murtensee

Morphologie

Der Murtensee (lac de Morat) ist mit einer Fläche von 22,8 km² der kleinste der drei grossen Schweizer Jurarandseen. Er liegt in den Schweizer Kantonen Freiburg und Waadt.

Der Hauptzufluss ist die Broye, die 63% des Einzugsgebietes entwässert. Abfluss ist der Broyekanal, der in den Neuenburgersee führt. Zusammen mit dem Neuenburgersee dient der Murtensee als Ausgleichsbecken für die in den Bielersee mündende Aare. Wenn der Bielersee aufgestaut ist, kommt der Abfluss zum Stillstand und fliesst zeitweise sogar rückwärts.

Der See ist 8,2 km lang und maximal 2,8 km breit. Die maximale Tiefe ist 45 m. Der Inhalt ist rund 0,55 km³. Das Einzugsgebiet ist 693 km² gross. Die theoretische Aufenthaltszeit des Wassers im See (Füllzeit) beträgt 1,6 Jahre.

Sauerstoff

Ohne Sauerstoff kein Leben, auch im Wasser!

Die Bakterien benötigen ihn zum Abbau der toten Algen. Fehlt der Sauerstoff, verfaulen die Algen und es entstehen giftige Gase (es stinkt nach faulen Eiern).

Das Seejahr beginnt nach den Winterstürmen und der Kälte mit sauerstoffgesättigtem Wasser. Während des Sommers bleibt das warme, leichtere und sauerstoffreiche Wasser an der Oberfläche. In den tieferen Schichten dagegen wird der Sauerstoff langsam aufgezehrt. Aus physikalischen Gründen ist ein Nachschub von der Seeoberfläche her nicht möglich. Die Sauerstoffkonzentration nimmt ständig ab. Dies umso schneller, je mehr Algen abgebaut werden müssen.

Im Frühling sind alle drei Seen sauerstoffgesättigt. Dann entwickeln sie sich aber unterschiedlich. Im Murtensee, mit seiner grossen Algenproduktion, nimmt der Sauerstoff schon ab Mai rasch ab.
Ab Juli ist er über Grund vollständig aufgebraucht. Der Neuenburgersee, mit seiner mächtigen Wassermasse, kennt solche kritischen Situationen nicht. Während des Jahres pendelt die Sauerstoffkonzentration auch in 150 m Tiefe um 10 mg/l. Damit ist die gesetzliche Anforderung, 4 mg/l nie zu unterschreiten, ständig erfüllt.

Die Auswirkungen

Der Murtensee und seine Fische leiden unter Sauerstoffmangel

Dem Murtensee werden von der Broye zu viel Phosphor zugeführt. Dies führt zu übermässigem Algenwachstum.
Ab Juli sterben diese langsam ab, vermodern und verbrauchen den Sauerstoff – in tieferen Regionen vollständig. Im
Hochsommer fehlt dann auch genügend Sauerstoff ab 10 Metern Tiefe. Und das jedes Jahr. Besonders arg betroffen
sind Forellen und Felchen, welche nicht nur sauerstoffreiches sondern auch kühles Wasser benötigen.
Besserung ist erst ab Januar in Sicht, wenn der Wasseraustausch stattfindet: das abgekühlte und sauerstoffreiche Ober-
flächenwasser tauscht sich mit dem nun wärmeren Tiefenwasser aus.

Wissenswertes

Interaktive Life Daten für Wissenshungrige

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